Lachen ist die beste Medizin

„Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag!“

Dieser Ausspruch von Charlie Chaplin hat viel Wahres an sich. Humor sollte nie zu kurz kommen und kann so manche Situation retten. Ein arabisches Sprichwort sagt, dass zwischen Lachen und Spielen die Seelen gesund werden.

Was gibt es Schöneres als so richtig herzhaft zu lachen? Lachen ist die älteste Form der Kommunikation und ein Lächeln versteht jeder.

Aus der Lachforschung (Gelotologie) weiß man, dass Lachen angeboren ist und Babys und Kleinkinder es auf ca. 400 Lacher pro Tag bringen, wenn man Kichern und Wiehern und Ähnliches zusammenzählt.

Erwachsene lachen durchschnittlich nur noch 15 Mal am Tag – wenn überhaupt. Bei vielen Indianervölkern ist das erste Lachen ein wichtiges Ereignis im Leben. Denn erst wenn das Indianerbaby zum ersten Mal gelacht hat, bekommt es seinen Namen. Auch uns Europäern täte es gut, wieder mehr zu lachen!

Spaß am Lernen haben

Wenn man in verschiedene Einrichtungen hineinschaut, hat man oft das Gefühl, dass das Lachen aus unseren Institutionen verbannt worden ist. In der Schule wird Kindern immer wieder gesagt:
„Da gibt’s nichts zu lachen“ anstatt mit ihnen Spaß zu haben.

Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens. Fragt man Schüler nach den wichtigsten Eigenschaften eines guten Lehrers, wird Humor meist an der ersten Stelle genannt, da Humor ein angenehmes, angstfreies, soziales
Lernklima schafft und den Lernprozess fördert. Fröhlich sein, Spaß haben und Leistung bringen, sind keine Gegensätze. Fröhliche und zufriedene Kinder lernen leichter.

Kinder lieben es, Spaß zu haben, zu lachen und zu scherzen. Am meisten gefällt es ihnen, wenn ein Erwachsener mitmacht. Immer wieder wollen sie etwas, das sie zum Lachen bringt, wiederholen. Sie sehnen sich nach dem wohlwollenden Klima der Geborgenheit und der Zusammengehörigkeit. Es ist auch eine wichtige Erfahrung für die Kinder, wenn sie andere zum Lachen bringen können, denn das zeigt ihnen: Der andere hat Interesse an mir und an dem, was ich sage oder tue.

Lachen für Erwachsene

Auch Erwachsene sollten lachen können und lustig sein. „Lachen ist die beste Medizin!“ Es ist ohne Risiko und ohne negative Nebenwirkungen. Der kanadische Psychologe und Lachforscher Rod Martin hat festgestellt:

  • Lachen beschleunigt den Herzschlag und regt den Blutdruck an
  • Lachen verbessert die Immunabwehr
  • Lachen setzt die Schmerzempfindlichkeit herab und erhöht die Wachsamkeit des Gehirns
  • Lachen verstärkt die Bewegungen des Zwerchfells, was die inneren Organe massiert und die Verdauung fördert
  • Lachen steigert den Sauerstoffgehalt im Blut und erweitert das Lungenvolumen
  • Lachen trainiert 240 von insgesamt 630 Körpermuskeln
  • Lachen reduziert die Produktion der Stresshormone Adrenalin und Cortisol
  • Lachen erhöht die Ausschüttung von Glückshormonen und sorgt für Wohlbefinden Lachen baut seelische Blockaden ab und bricht eingefahrene Denkmuster auf


Sich selbst zulächeln


Längst ist der therapeutische Humor ein Begriff im Gesundheitswesen. Man denke nur an die berühmten Cliniclowns. Lächeln Sie daher öfter mal Ihrem Spiegelbild zu, dann stellen sich eher positive Gedanken ein als mit heruntergezogenem Mundwinkel. Unser Gehirn reagiert nämlich darauf, denn nicht nur unsere Stimmung überträgt sich auf den Gesichtsausdruck, auch umgekehrt überträgt sich ein Lächeln
auf die Stimmung.

In unserem Alltag sollten wir uns daher angewöhnen, die kindliche Lebensfreude zu wecken und zu fördern, indem wir mit den Kindern ohne Stress lachen, wenn wir gemeinsam kuscheln, uns Witze erzählen, uns gegenseitig kitzeln oder ähnliches. Lachen ist die natürlichste Form der Entspannung und anstelle vonEntspannungsübungen können wir ganz einfach lachen.

Selbst Kinder, die zu mehr Aggressivität neigen, lassen sich mit Humor leichter beruhigen, und wenn wir sie viel zum Lachen bringen, können sie ihre Aggressionen
besser abbauen.

Lachen ist im biologischen Sinne auch entwaffnend: es durchbricht die in bedrohlichen Situationen ausgelöste Fluchtreaktion, lässt den Adrenalinspiegel
sinken und sorgt dafür, dass die Anspannung abfällt.

Eine humorvolle Übung zum Streitschlichten (nicht nur für Kinder…)

Zwei Kinder die Streit miteinander haben, setzen sich gegenüber und schauen sich in die Augen. Dabei müssen sie versuchen, wütend zu schauen und ernst zu bleiben. Allerdings gelingt dies erfahrungsgemäß nicht sehr lange. Sobald ein Kind zu lachen beginnt, ist der Bann gebrochen und beide können damit beginnen, über ihren Streit zu sprechen und den Konflikt zu lösen. Wenn wir es also schaffen, die uns anvertrauten Kinder so oft als möglich zum Lachen zu bringen, werden wir nicht nur Spaß haben, sondern auch freudige und humorvolle Kinder erziehen, die besser mit ihren Problemen umgehen können als andere. Für die Züricher Professorin Verena Kast wächst mit der Freude auch Hoffnung: der humorvolle Mensch blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Er ist sozial attraktiver und gewinnt leichter die Herzen seiner Mitmenschen. Was wir jedoch stets vermeiden sollten, ist jegliche Form von Sarkasmus. Kinder können damit nicht umgehen. Ein Kind, das seinen Saft verschüttet hat, reagiert verwirrt auf die ironische Äußerung: „Das hast du aber toll gemacht!“ Also bitte ehrlichen Humor!
Was unseren Kindern gut tut, tut auch uns Erwachsenen gut.

Ein Lächeln ist der kürzeste Weg zu einem Menschen.

Lydia Ballenstorfer (aus den Ehe und Familie-Bausteinen)
Quelle: "Schatzbuch der Herzensbildung" von Charmaine Liebertz, Don Bosco Vlg.

Wussten Sie übrigens, dass seit 14 Jahren jeden 1. Sonntag im Mai der „Weltlachtag“ stattfindet? 1998 rief der indische Arzt Madan Kataria, Begründer der Lachyogainitiative, den internationalen Lachtag ins Leben. Gelacht wird dabei auch ohne Grund, denn Lachforscher haben festgestellt, dass willentliches Lachen wie bei Lachyogaübungen vergleichbar entspannende Wirkung hat wie spontanes Lachen. Das Prinzip ist einfach:
„Tue so als ob, bis das Lachen von selbst kommt!“