Traumbilder sind mehrdeutig

Welchen Bildern auch immer der Träumer begegnet, wenige haben den Bedeutungsgehalt, den sie aus „realistischer“ Sicht haben, und wenige sind von vornherein in ihrem Bedeutungsgehalt eindeutig. Generell gilt:

  • Je mehr die Einstellung des Bewusstseins von der des Unbewussten abweicht, desto „unrealistischer“ sind die Traumbilder.
  • Weicht die bewusste Einstellung nicht sonderlich von der des Unbewussten ab, begnügen sich die Träume mit einfühlbaren Varianten zur Realität.
  • Sieht sich jemand so, wie er in Wirklichkeit ist (das kommt bekanntlich nicht so häufig vor), dann bestätigt ihn der Traum in seiner realistischen Sicht und behält trotzdem die ihm eigentümliche Eigenständigkeit.

Die Sprache der Träume ist eben eine Symbolsprache, und Symbole haben nicht nur mehrere Inhalte, sie verweisen auch auf “hinter“ ihnen liegende Wirklichkeiten. Deshalb erschließen sie sich nur dem, der sie auf sich wirken lässt und sich mit ihnen auseinander zu setzen beginnt.
Deshalb halte ich es für wenig hilfreich, manchmal sogar für gefährlich, auf Grund von allgemeinen Traumdeutungsbüchern die Bilder verstehen zu wollen, und das aus mehreren Gründen.
Es könnte sein, dass ich der Träumer aus mehreren Deutungsangeboten die ihm willkommene heraus suchte. Es könnte weiterhin sein, dass durch den lexikalischen Umgang mit den Träumen die persönliche Beziehung zu ihnen verlorenging. Schließlich: Ein Vergleich mehrerer Symbollexika zeigt erhebliche Unterschiede in der Interpretation von Symbolen. Der Grund dafür liegt primär in den unterschiedlichen Menschenbildern, von denen aus die Deutungen erfolgen. Doch selbst dann, wenn man Einsicht in ein oder mehrere Symbole hätte, bedeutete das nicht in jedem Fall, dass dadurch der Traum in seinem Gesamtzusammenhang bereits klar wäre.

Dazu einige beispielhafte Szenen, die die Mehrdeutigkeit der Träume veranschaulichen:

So könnte z. B. ein mich verfolgender Panther mich auf meine Aggressionen aufmerksam machen, die ich nicht wahrhaben will. Es könnte allerdings auch sein, dass er mich dazu herausfordern möchte, endlich meine nur ungenügend ausgelebte Lebenskraft in Gebrauch zu nehmen.

Oder: Viele Menschen träumen von Einbrechern. Ein solcher Traum ist zwar höchst unangenehm, doch könnte auch er eine Herausforderung bedeuten, vielleicht die, dass Kräfte in das Lebenshaus des Träumers einbrechen wollen, die dieser schon lange nicht zugelassen hat. Es könnte allerdings auch sein, dass fremde Kräfte in sein Haus eindringen, die dort nicht hingehören und denen gegenüber er sich zur Wehr setzen müsste.

Oder: Schlangen haben in Träumen keineswegs immer, wie oft vermutet, eine sexuelle oder aggressive Bedeutung. Sie können auch ein Symbol für einen Erkenntnis-, Reifungs- oder Gesundungsprozess sein.

Oder: Es gibt viele Wasser-Träume, deren Bedeutung auch sehr unterschiedlich sein kann. Das Wasser kann z.B. ein Symbol für die Erneuerungskraft eines Menschen sein (Fontäne, Quelle, Jungbrunnen), das stürmische dunkelgraue Meer dagegen kann Zerstörung und Tod symbolisieren.

Aus: "Die Sprache der Träume" von Uwe Böschmeyer

Keine Träume?

Wenn sich jemand nicht an seine Träume erinnert, gibt es dafür vier mögliche Gründe:

  • Er hat kein oder kaum Interesse an seinem unbewussten Leben.
  • Er hat sich nicht ausreichend bewusst mit seinem Problemen auseinander gesetzt und wartet nun (vergeblich) darauf, dass ihm das Unbewusste die notwendige Arbeit abnimmt.
  • Seltsam genug: Die Träume können in einen anderen Menschen „auswandern“, weil die Abwehr gegen den Inhalt offenbar zu groß ist. So erzählt C.G. Jung von einem Vater, dessen kleiner Sohn jene sexuellen Träumehatte, die dieser auf Grund seines Alters und Erlebens „eigentlich“ gar nicht hätte haben können. Es handelte sich dabei um Träume, die sich nahtlos dem Problemkreis des Vaters zuordnen ließen.
  • Es kann auch sein, dass sich Menschen über längerer Zeit selten an Träume erinnern, weil das persönliche Leben rundum gut verläuft und sich die Traumwelt deshalb kaum an der Ergänzung des Bewusstseins zu beteiligen braucht.

 

Aus: "Die Sprache der Träume" von Uwe Böschmeyer

 

Ein Mensch darf nie aufhören zu träumen. Der Traum ist für die Seele, was Nahrung für den Körper bedeutet. Wir müssen häufig in unserem Leben erfahren, wie unsere Träume zerstört und unsere Wünsche nicht erfüllt werden, dennoch dürfen wir nie aufhören zu träumen.

Aus: "Auf dem Jakobsweg" von Paulo Coelho

Literaturtipps

 

Schöpfer der Träume von Bruce Wilkinson

Gott hat in jedes Leben einen Traum hineingelegt, den wir verwirklichen sollen. Auf dem Weg dorthin gilt es viele Schwierigkeiten zu überwinden. Der Autor macht uns Mut, uns auf den Weg zu machen und im Vertrauen auf Gott vorwärts zu gehen. So wird sich unser ganzes Leben verändern.

 

 

 

 



 

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum
Wie eine klare Vision den Alltag verändert,
von Douglass - Scheunemann – Vogt

 

 

 

 

 

Die Sprache der Träume von Uwe Böschmeyer

Uwe Böschemeyer gibt in diesem Band Hilfestellungen, um die Botschaften von Träumen zu entschlüsseln. Er beschreibt deren verschiedene Ausdrucksformen und regt dazu an, sich auf Träume einzulassen, um sie zu einer Hilfe fürs Leben werden zu lassen.

 

 

 

 

Wachsam wachsen von Veronica Gradl

Der Weg zur Selbstverwirklichung ist ein Wachsen. In den verschiedenen Lebensphasen geht es trotz unterschiedlicher Problemstellungen immer um die eine und einzige Aufgabe des Menschseins: das lebendige Ganze als Ganzes zum Wachsen zu bringen.