Der Traum

Ich schlief. Da hatt’ ich einen Traum.
Mein Ich verließ den Seelenraum.
Frei vom gemeinen Tagesleben,
vermocht’ ich leicht dahinzuschweben.
So, angenehm mich fortbewegend,
erreicht’ ich eine schöne Gegend.
Wohin ich schwebte, wuchs empor
alsbald ein bunter Blumenflor.
Und lustig schwärmten um die Dolden
viel tausend Falter, rot und golden.
Ganz nah auf einem Lilienstängel,
einsam und sinnend, saß ein Engel.
Und weil das Land mir unbekannt,
fragt’ ich: »Wie nennt sich dieses Land?«
»Hier«, sprach er, »ändern sich die Dinge.
Du bist im Reich der Schmetterling.«
Ich aber, wohlgemut und heiter,
zog achtlos meines Weges weiter.
Da kam, wie ich so weiterglitt,
ein Frauenbild und schwebte mit
als ein willkommenes Geleite,
anmutig lächelnd mir zur Seite.
Und um sie nie mehr loszulassen,
dacht’ ich die Holde zu erfassen.
Doch eh’ ich Zeit dazu gefunden,
schlüpft sie hinweg und ist verschwunden.
Mir war so schwül. Ich musste trinken.
Nicht fern sah ich ein Bächlein blinken.
Ich bückte mich hinab zum Wasser.
Gleich fasst ein Arm, ein kalter blasser,
vom Grund herauf mich beim Genick.
Zwar zog ich eilig mich zurück,
mein Hals war steif und krumm,
nur mühsam dreht’ ich ihn herum,
Und ach, wie war es ringsumher
auf einmal traurig, öd und leer.
Von Schmetterlingen nichts zu sehn,
die Blumen, eben noch so schön,
sämtlich verdorrt, zerknickt, verkrumpelt.
So bin ich seufzend fortgehumpelt,
denn mit dem Fliegen, leicht und frei,
war es nun leider auch vorbei.
Urplötzlich springt aus einem Graben,
begleitet vom Geschrei der Raben,
mir eine Hexe auf den Nacken
und spornt mich an mit ihren Hacken
und macht sich schwer wie Bleigewichte
und drückt und zwickt mich fast zunichte,
bis dass ich matt und lendenlahm
zu einem finstern Walde kam.
Ein Jägersmann, dürr von Gestalt,
trat vor und rief ein dumpfes Halt.
Schon liegt ein Pfeil auf seinem Bogen,
schon ist die Sehne straff gezogen.
Jetzt trifft er dich ins Herz, so dacht’ ich,
und von dem Todesschreck erwacht’ ich
und sprang vom Lager ungesäumt,
sonst hätt’ ich wohl noch mehr geträumt.

Wilhelm Busch

Träume nicht dein Leben - lebe deinen Traum!

Wer hat heute noch Träume?
Können wir uns Träume überhaupt noch leisten?
Was bedeutet Traum?

Wenn ich eine Vision habe, sehe ich vor meinem inneren Auge etwas Zukünftiges, das noch nicht Wirklichkeit ist. Eine Vision ist ein Bild von der Zukunft, das begeistert.
Auf das persönliche Leben bezogen bedeutet das, ein motivierendes Bild von der eigenen Zukunft zu malen. Jeder von uns ist ein einzigartiger Mensch mit besonderen Begabungen und Möglichkeiten. Für jeden von uns gibt es Aufgaben, die uns Freude machen und für die unser Herz schlägt.
Wenn wir zwar Träume haben, diese aber nie verwirklichen, weil wir glauben, es funktioniert nicht oder wir können das nicht erreichen, oder die Hindernisse sind unüberwindbar, dann träumen wir unser Leben.
Andere sind so beschäftigt mit dem Wichtigen und Dringenden in ihrem Leben, dass sie von den Sachzwängen gefangen genommen sind. Sie sind sehr aktiv, aber versäumen ihr Leben ebenfalls, weil sie gelebt werden anstatt selbst zu leben.

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Aus unserer Traumbox

Was ist Ihr ganz persönlicher Traum - wenn Sie uns daran teilhaben lassen wollen, dann schreiben Sie ihn für uns auf und werfen den Zettel in unsere TRAUMBOX.

Wir waren sehr gespannt, aufgeregt und auch sehr berührt, als wir die TRAUMBOX geöffnet und die Träume zu Tage befördert haben.

Kinder und Jugendliche haben ihre Träume sehr knapp und präzise formuliert:

  • Ich möchte Maschinenbauingenieur oder Architekt werden.
  • Ich träume davon ein Fußballstar zu sein.
  • Ich träume davon, eine Hovercraft zu fahren.
  • Ich träume vom Weltfrieden.
  • Ich träume davon, 100 Jahre alt zu werden.

Erwachsene beschrieben ihre Träume etwas ausführlicher:

  • Ich möchte immer in der Lage sein, mein Leben zu genießen, ich will FIT sein.
  • Ich träume von mehr Aufmerksamkeiten, mehr Zeit füreinander und den Blick fürs „Kleine“
  • Gesundheit und Zufriedenheit für meine Kinder, Enkel, meine Mama, meinen Mann, meine Tiere und für mich.
  • Ich nutze jede Gelegenheit, um dem Universum meinen Traum zu verklickern: also, ich erlaube mir meine Partnerschaft mit meinem Seelengefährten in Glück, Harmonie,
    Gesundheit u. Frieden. Ich erlaube mir, Gefäß für eine neue Seele zu sein und für sie zu sorgen als Mutter Beraterin u. Lernende - Danke.
  • Mein Traum ist es, eine Weltreise mit einem lieben Menschen gemeinsam zu machen, verschiedene Menschen und deren Lebensweise kennen und verstehen
    lernen, Eindrücke über Zufriedenheit von Menschen mit wenig Luxus zu bekommen und selbst davon zu lernen. Mein Traum ist es, zufrieden zu sein: und ich arbeite daran, meinen Traum wahr zu machen …
  • Bis ans Lebensende glücklich und gesund bleiben und weiterhin ein erfülltes Familienleben genießen können.

Und dann war da noch die Aussage:

  • Mein Traum hat sich bereits erfüllt: ich bin nach Tirol ausgewandert, darf in diesem wunderschönen Land leben und habe dort Arbeit gefunden - man ist keine Nummer, sondern hier ist man Mensch.