Woher kommen die Träume?

Träume sind Ur-Phänomene, sind Erscheinungsformen des Lebens, die ebenso wenig erklärt werden können wie alle geistigen Phänomene, z. B. Liebe, die Freiheit, die Hoffnung. Sie sind Gegebenheiten des Lebens, die sich den Erklärungswünschen der Menschen letztlich entziehen. So wird jedenfalls der argumentieren, der den Menschen nicht eindimensional, z. B. als Einheit von Leib, Seele und Geist, versteht. Wer wissen will, woher die Träume kommen, der stelle sich ans Meer: und wenn er dann die wenigen Wellen sieht, die sein Blick vom großen Meer erhaschen kann, wird aufhören, nach der Heimat der Träume zu fragen.

Wovon die Traumbilder handeln

  • Sie erinnern an vergangenes, sinnvolles Leben.
  • Sie erinnern an vergangenes, aber unerledigtes Leben, an nicht überwundene Verletzungen ebenso wie an ungelebte Möglichkeiten.
  • Sie erhellen nicht nur Vergangenes, sonder werfen auch Lichter auf Kommendes.
  • Sie zeigen die inneren Widerstände, die die Entwicklung eines sinnvollen Lebens stören.
  • Sie zeigen die Möglichkeiten des Geistes, die noch nicht bewusst geworden sind, z.B. der Freiheit, der Liebe, der Hoffnung, der Kreativität, der Religiosität.
  • Sie vermitteln nicht nur persönliche, sondern auch allgemein-menschlich wichtige Einsichten und Erfahrungen der Menschheit, an denen jeder einzelne in der Tiefe seiner Seele Anteil hat.
  • Sie sind nicht nur die Brücke zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten, sondern auch zwischen der Immanenz und der Transzendenz, d. h.: Manchmal sind Träume auch „somnia a deo missa“( C.G. Jung), von Gott gesandte Träume.
  • Sie ergänzen unser bewusstes Bild der Wirklichkeit um die weite und reiche Welt der unbewussten Wirklichkeit.
  • Sie sind eine Schatzgrube für Suchende.

Aus: "Die Sprache der Träume" von Uwe Böschmeyer