Was sind Träume?

Träume sind Erscheinungen des Unbewussten, die dem Bewusstsein zugänglich werden können. Nähern wir uns den Traumbildern, dann nähern wir uns unserer unbewussten inneren Welt, seelischen Energien und Kräften, die stärker sind als die des Bewusstseins.

Jede menschliche Seele hat die Tendenz, das, was in ihr vorgeht in Bilder zu übersetzen, so dass aus inneren Gedanken, Ahnungen und Gefühlen bildhafte Gestalten und Geschichten werden. Daher sind die inneren Bilder die Brücke zwischen der unbewussten und der bewussten Welt. Das bedeutet, dass die viel ersehnte Ganzheit des Menschen Wirklichkeit zu werden beginnt, wenn er diese Bilder zu verstehen und sich mit ihnen auseinander zu setzen beginnt.

Die Bilder, die wir in Träumen sehen, lassen sich in zwei Gruppen einordnen.

  • Die erste Gruppe beinhaltet Erinnerungen an das gelebte Leben, die „negativen“ ebenso wie die „positiven“. Manche dieser Bilder sind reale Erinnerungen, andere wiederum spiegeln in Symbolen Aspekte vergangenen Lebens wider, die ins „persönliche Unbewusste“(C.G.Jung) hinab gesunken sind.
  • Zur zweiten Gruppe gehört eine Fülle überpersönlicher Bilder, die „Urbilder“ der Seele, die zum Allgemeingut der Menschheit gehören. Diese dem „kollektiven Unbewussten“ angehörenden „archetypischen“ Bilder( C.G Jung) sind ebenso „negativer“ wie „positiver“ Art. Dazu gehören z.B. feuerspeiende Drachen, Kraken und Spinnen einerseits und das tragende Meer, die Sonne, der oder die „alte Weise“ andererseits.

Aus: "Die Sprache der Träume" von Uwe Böschmeyer