Kinder und Schlafen

Ein aufregender Tag im Kindergarten, Streit mit der besten Freundin oder Vorfreude auf die Geburtstagsfeier am nächsten Tag – vieles spukt Kindern abends im Kopf herum, wenn eigentlich Schlafenszeit ist. So fällt ihnen das Einschlafen nicht immer leicht. Jedes fünfte Vorschulkind leidet unter Schlafproblemen, liegt lange wach bevor es einschlafen kann oder wacht nachts immer wieder auf.


Gute Voraussetzungen schaffen

Für ein entspanntes Zubettgehen braucht man Zeit. Ideal ist es, wenn Sie ca. 90 Minuten vor der Schlafenszeit zuhause sind und spätestens eine Stunde vor dem Schlafen zu Abend essen.

Wildes Spielen und Toben sollte vermieden werden - auch wenn Eltern manchmal glauben, dass Kinder davon noch mal richtig müde werden, geht der Schuss meistens nach hinten los. Also besser eine ruhige Atmosphäre schaffen.

 

Erfahrungsgemäß kommen alle Kinder irgendwann darauf, dass sie mit "ich habe noch Durst" oder "ich muss aufs Klo" und ähnlichen Sätzen noch einmal einen Nachschlag an Aufmerksamkeit bekommen. Um das zu vermeiden, sollte man vorbeugen: ein bisschen Wasser ans Bett stellen, vorher noch einmal auf die Toilette gehen, ...


Rituale helfen zur Ruhe zu kommen

Gute-Nacht-Geschichten als Einschlafritual und klare Schlafenszeiten geben Kindern Sicherheit und helfen ihnen, abends zur Ruhe zu kommen. Hier ein paar gute Beispiele um den Tag ruhig ausklingen zu lassen:

  • Dazu gehört schon, mit der ganzen Familie gemeinsam zu essen – am besten immer etwa zur gleichen Zeit.
  • Auch die allabendlich folgende Routine von Umziehen, Waschen und Zähneputzen sollte ihre feste Reihenfolge haben.
  • Damit Kinder zur Nacht den Kopf frei haben, hilft es ihnen, abends noch einmal gemeinsam über den vergangenen Tag zu sprechen.
  • Der schönste Moment des Tages – und gleichzeitig die beste Einschlafhilfe: Aneinander gekuschelt mit Vater oder Mutter vor dem Einschlafen noch eine Gute-Nacht-Geschichte lesen oder erzählen lassen. Solch ein Ritual gibt Kindern Sicherheit und hilft ihnen, abends zur Ruhe zu kommen. Geeignet ist alles, was ruhig ist und dem Sprössling genauso viel Spaß macht wie seinen Eltern.
  • Dass Kinder wie Erwachsene nachts immer wieder kurz aufwachen, sich von der einen auf die andere Seite drehen, ist normal. Meist schläft man sofort wieder ein, ohne sich an die Schlafunterbrechungen am nächsten Morgen zu erinnern.

Guten Abend, gut Nacht,
mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt,
schlupf unter die Deck:
Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt,
morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.

Guten Abend, gut Nacht,
von Englein bewacht,
sie zeigen im Traum
dir Christkindleins Baum.
Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum 's Paradies.

Das Schlaflied „Guten Abend, gut Nacht“ wurde von Johannes Brahms vertont.
Das Lied ist ideal vor dem Schlafengehen.


Vorschläge für Einschlafrituale bei Kindern

Wo ist der Pyjama?
Jeden Abend fragen Sie Ihr Kind völlig ratlos nach seinem Pyjama und suchen vergeblich an verschiedenen Orten des Kinderzimmers. Ihr Kind - das genau weiß dass sein Pyjama an einem bestimmten Ort (z.B. unter dem Kuschelbären) ist - zaubert ihn dann triumphierend hervor.

Die Laterne
Jeden Abend wird eine kleine Laterne im Zimmer angezündet / eingeschaltet. Dann wird die Zimmerlampe ausgeschaltet, ein Lied gesungen, die Laterne wieder ausgelöscht und eine gute Nacht gewünscht.

Der Bär kommt mit!
Dieses Ritual eignet sich besonders für Kinder, die sehr ungern ins Bett gehen: Der Bär möchte nicht die Zähne putzen und nicht ins Bett gehen. Das Kind erhält den Auftrag, den widerspenstigen Bären ins Bett zu bringen. Es macht ihm vor, wie man sich die Zähne putzt und putzt dann dem Bären mit einer alten Zahnbürste die Zähne. Es zeigt dem Bären, wie man einen Schlafanzug anzieht und zieht auch den Bären um. Aber der Bär mag nicht allein im Bett sein, darum legt sich das Kind dazu.

Gemeinsam wird ein Lied für den Bären gesungen, dann heißt es "Psst" weil der Bär schon fast schläft. Nun müssen Mama und Papa nur noch leise aus dem Zimmer schleichen.