Schlaf

Da ich sehr häufig mit dem Problem Schlafstörungen in meiner täglichen Arbeit konfrontiert bin, möchte ich mich in diesem Beitrag mit dem Thema Schlafstörungen beim Erwachsenen auseinandersetzen.

Was ist gesunder Schlaf? Wenn der Schlaf einem Wach-Rhythmus folgt und ohne Einschlaf- und Durchschlafstörung erfolgt, ist er dann gesund? Oder bedarf er noch anderer Qualitäten? Sollte er erholsam sein und erfrischend wirken, um die Aufgaben des nächsten Tags frisch und munter erledigen zu können?

Wie wir in den Industrieländern feststellen können, verändert sich das Schlafverhalten der Menschen auch soziokulturell hin zu kürzerem Schlaf, das so manches Gesundheitsrisiko wie Herzerkrankungen, Diabetes usw. in sich birgt.

Häufige Ursachen

Wie allgemein bekannt verkürzen opulente späte Mahlzeiten, Nikotin und Kaffee den Schlaf, bereits geringe Mengen von Alkohol führen zu einem leichten Schlaf. Nach meiner Erfahrung sind die häufigste Ursache für eine Schlafstörung belastende
Lebensumstände, in diesen Fällen kann ein offenes, ärztliches Gespräch
hilfreich sein.

Die erlernte Schlafstörung ist eine sehr häufige Form mit einer erniedrigten Leistungsfähigkeit am Tag. Sie tritt als Reaktion auf eine akute oder chronische Belastung auf und bleibt dann als Verhaltensmuster bestehen. Die Patienten entwickeln
bereits vor dem zu Bett gehen eine Angst nicht schlafen zu können und so entwickelt sich ein Teufelskreis.

Zudem sind körperliche Erkrankungen wie Atemwegserkrankungen, Herzerkrankungen, Schmerzen usw. mit Schlafstörungen verbunden. Durch nächtliche Atempausen ist die Schlafapnoe gekennzeichnet, die häufig auch zu nicht erholsamen Schlaf führt. Die Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, klagen über Tagesmüdigkeit und deren Folgen wie eingeschränkte Fahrtüchtigkeit und erleiden häufig einen Arbeitsunfall. In Spezialabteilungen erfolgt die Abklärung und Therapie dieser Erkrankung.

Die Narkolepsie - im Volksmund als Schlummersucht bekannt - wird vom Facharzt behandelt und ist gekennzeichnet durch exzessive Tagesschläfrigkeit und deren Folgen.

Bei fast allen psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankung, Panikattacken treten Schlafstörungen auf, die im Rahmen der Grunderkrankung therapiert werden. Immer wieder zu diagnostizieren ist das Restless legs-Syndrom, Bewegung der Beine und Arme im Schlaf, das meist sehr gut mit Medikamenten zu bessern ist.

Schichtarbeit, lange unübliche Arbeitszeiten bis tief in die Nacht, können mit zunehmendem Alter zu Schlafstörungen führen und werden im Begriff chronobiologische Ursachen zusammengefasst. Nicht zu vergessen sind Medikamente, die eine Schlafstörung bedingen können.

Zur Behandlung ist eine gute Arzt-Patienten Beziehung sehr hilfreich, in der die verschiedensten Aspekte der Ursachen besprochen und ein individueller Therapieplan und Verhaltensmaßnahmen entwickelt werden können.