Keine Träume?

Wenn sich jemand nicht an seine Träume erinnert, gibt es dafür vier mögliche Gründe:

  • Er hat kein oder kaum Interesse an seinem unbewussten Leben.
  • Er hat sich nicht ausreichend bewusst mit seinem Problemen auseinander gesetzt und wartet nun (vergeblich) darauf, dass ihm das Unbewusste die notwendige Arbeit abnimmt.
  • Seltsam genug: Die Träume können in einen anderen Menschen „auswandern“, weil die Abwehr gegen den Inhalt offenbar zu groß ist. So erzählt C.G. Jung von einem Vater, dessen kleiner Sohn jene sexuellen Träumehatte, die dieser auf Grund seines Alters und Erlebens „eigentlich“ gar nicht hätte haben können. Es handelte sich dabei um Träume, die sich nahtlos dem Problemkreis des Vaters zuordnen ließen.
  • Es kann auch sein, dass sich Menschen über längerer Zeit selten an Träume erinnern, weil das persönliche Leben rundum gut verläuft und sich die Traumwelt deshalb kaum an der Ergänzung des Bewusstseins zu beteiligen braucht.

 

Aus: "Die Sprache der Träume" von Uwe Böschmeyer

 

Ein Mensch darf nie aufhören zu träumen. Der Traum ist für die Seele, was Nahrung für den Körper bedeutet. Wir müssen häufig in unserem Leben erfahren, wie unsere Träume zerstört und unsere Wünsche nicht erfüllt werden, dennoch dürfen wir nie aufhören zu träumen.

Aus: "Auf dem Jakobsweg" von Paulo Coelho