Fasten und Durchatmen

von Elisabeth Günther

Jedes neue Jahr ist am Anfang immer geprägt von guten Vorsätzen, die man dann – je nachdem, wie hoch man sich die Latte gelegt hat - über eine mehr oder weniger lange Zeit durchhält.

In den letzten Jahren hat sich bei vielen von uns auch eingebürgert, während der Fastenzeit auf etwas zu verzichten. Dies ist, da ja die Zeit mit 40 Tagen doch eher überschaubar ist, meist von mehr Erfolg und Durchhaltevermögen gekennzeichnet. Und im Rahmen dieser Aktion „Verzicht“ hat mir heuer eine Freundin erzählt, dass sie in der Fastenzeit auf Stress verzichten will. Auf meine Frage, wie sie denn das schaffen oder bewerkstelligen will, bzw. was sie unter „Stressfasten“ versteht, bekam ich folgende Antwort:

„Ich will mich bemühen, immer nur eine Arbeit oder Tätigkeit zu verrichten. Im Alltag passiert es häufig, dass ich gleich mehrere Arbeiten nebeneinander mache oder zumindest während der ersten Arbeit bereits an das denke, was ich als nächstes tun werde, was ich am laufenden Tag noch alles erledigen will,…

Und wenn ich ganz ehrlich sein will, leiste ich jetzt, wo ich mich auf genau eine Arbeit konzentriere, nicht weniger als sonst , nur bin ich gedanklich wirklich genau bei der Tätigkeit, die ich gerade mache und erledige und erlebe dadurch alles viel bewusster.“

Eigentlich habe ich mir gedacht, dass es keinen speziellen Zeitpunkt oder keine abgegrenzte Zeitspanne für etwas geben muss – denn ich finde diesen Vorsatz so gut, dass ich man sich eigentlich jederzeit einmal an das „Stressfasten“ heranwagen kann.