Was hat der Herbst mit dem Magen zu tun?

Der Magen hat im Herbst Saison. Menschen, die einen empfindlichen Magen haben, spüren die kalte Jahreszeit nicht nur in den Gefühlen oder der sprichwörtlichen Müdigkeit, sondern leider auch in Magenbeschwerden.

Die Gastritis – die Entzündung der Magenschleimhaut - ist eine häufige Form, wie sich die vermehrte Säureproduktion auswirken kann. Normalerweise besitzt der Magen eine schützende Schleimschicht, die durch eigens dafür eingebaute Schleim produzierende Zellen gebildet wird und die Innenwand des Magens vor dem Angriff der 0,5%igen Salzsäure schützen soll. Die Salzsäure benötigt der Magen für die Verdauung der aufgenommenen Speisen, die Schleimschicht schützt ihn sozusagen vor der „Selbstverdauung“.

Wenn nun diese Schutzschicht an manchen Stellen dünn oder durchlässig wird, wird die darunter liegende Schleimhaut fleckig gerötet und beginnt zu schmerzen.

Der Magen ist ein Organ, das außerordentlich gut mit Nervenzellen und Nervenbahnen versorgt ist, deshalb reagiert er auch auf Nervenreize aller Art. Es heißt nicht umsonst: „Etwas ist mir auf den Magen geschlagen“ oder „Mir dreht es den Magen um“. Der Magen reagiert auf Stress – dabei wird das sympathische Nervensystem aktiviert, die Säureproduktion vermehrt und auch der Tonus der unwillkürlichen Muskulatur erhöht. Krämpfe und Brechreiz können die Folge sein. In der Ruhephase wird der Parasympathikus aktiviert und die Entspannung eingeleitet. Wärme lokal angewendet wirkt daher lindernd.

Eigentlich sind wir Menschen geschaffen für den Rhythmus von Aktivität und Passivität, von Arbeit und Ruhe, von Anspannung und Entspannung. Da unser Lebensmotto heute aber leider oft: „Ich eile also bin ich“ geworden ist, ist unser Stresspegel auf ein ungesundes Maß angehoben. Menschen, die von ihrer Anlage her den Magen als Stressorgan geerbt haben, reagieren daher auf zuviel Stress mit Sodbrennen und Magendrücken.

Sodbrennen tritt vor allem dann verstärkt auf, wenn zusätzlich der Verschluss des Mageneingangs nicht ganz dicht ist oder sich am Übergang vom Zwerchfell in den Bauchraum ein so genannter „Bruch“, eine Hernie, ausgebildet hat.

Diese Betroffenen sollten nach den Mahlzeiten eher einen Verdauungsspaziergang als ein Mittagsschläfchen machen, damit das Zurückfließen des Nahrungsbreis in die Speiseröhre verhindert wird. Auch abends sollten späte Mahlzeiten vor dem Schlafengehen vermieden werden.

Was tut dem Magen gut?

Es gibt einige Nahrungsmittel und Getränke, die die Bildung von Magensäure fördern und die man bei Beschwerden einschränken sollte. Saures Obst gehört dazu wie Zitronen, Orangen, Kiwis, säuerliche Apfelsorten etc. Besser sind Bananen, Birnen oder Trauben. Man kann das Obst aber auch leicht dünsten oder Kompott zubereiten, dann wird es besser verträglich.

Bei den Getränken sind Fruchtsäfte, kohlensäurehältige Getränke sowie alle Früchtetees zu säuerlich, außerdem Kaffee und gebrannte alkoholische Getränke.

Günstig auf den Magen wirken Pfefferminztee (schmerzstillend), Käsepappel (heilend) oder Kamille, sowie andere magenverträgliche Kräutertees. Schwarztee und grüner Tee wird meist auch gut vertragen.

Milchprodukte sind basisch und daher gut geeignet für die Magenschonkost, allerdings sollten Speisen und Getränke generell nicht aus dem Kühlschrank konsumiert werden. Säurebildner sind auch erhitzte Fette, d.h. in Fett heraus gebackene Speisen belasten den Magen (Schnitzel. Pommes und Co) ebenso wie scharf angebratenes Fleisch. Generell sind gedünstete, gekochte oder gegrillte Gerichte besser.

Besonders wohltuend sind Getreideprodukte, insbesondere der Hafer.

Dr. Bircher-Benner hat das Müsli ursprünglich für seine Magenpatienten entwickelt, weil er entdeckt hat, dass der Hafer, der gekocht eine schleimige Konsistenz entwickelt (Haferschleim, Schleimsuppe) einen heilenden Effekt auf den Magen hat.

Originalrezept „Apfeldiätspeise“ ( So hatte er sie um 1900 benannt) nach Dr. Bircher-Benner

Für eine Portion:
1 gestrichener Esslöffel Haferflocken
3 Esslöffel Wasser
12 Stunden einweichen
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Esslöffel gezuckerte Kondensmilch
beifügen und zu einer Sauce vermischen
2 Äpfel (400g), unmittelbar vor dem Servieren mit der Schale auf einer Reibe direkt in die Sauce hinein reiben und gelegentlich umrühren, damit sich das Apfelfleisch nicht bräunt
1 Esslöffel Haselnüsse oder Mandeln gerieben darüber streuen

Als Hausmittel werden auch 1 Mandel kauen oder 1 EL Topfen essen, empfohlen. Leichtes Weißbrot ist besser verträglich als Vollkorn, am besten vom Vortag.

Gönnen Sie sich im Herbst also auch Ihrem Magen zuliebe Erholung und Entspannung nach getaner Arbeit, beim Stress und beim Essen gilt der Merksatz:

Weniger ist mehr!