Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen …

Heilkräuter hatten vor allem in der Vergangenheit eine große Bedeutung. Man sammelte sie in freier Natur oder kultivierte sie im Bauerngarten. Damit hatte man gegen vielerlei Krankheiten und Leiden vorgesorgt. Heute besinnt man sich wieder vermehrt auf dieses alte Wissen.

Salbei (Salvia officinalis)

Der immer wieder gern zitierte Lehrsatz der alten Medizinschule zu Salerno: „Der, welcher Salbei hat, mich wundert, dass er stirbt.“ lässt die äußerst hohe Wertschätzung des Krautes, dem man von jeher lebensverlängernde Eigenschaften nachsagt, mehr als deutlich werden. Bekannt seit dem Altertum fand der Salbei mit den Römern den Weg über die Alpen in die Gärten Mitteleuropas. Hieronymus Bock empfiehlt die Pflanze in seinem Kräuterbuch von 1539 den ärmeren Leuten, die sich keinen Arzt leisten können. Ob Probleme mit Magen, Darm, entzündetem Zahnfleisch, ob Halsentzündungen, Nieren- und Leber­leiden, auch als Frauenkraut bekannt, kuriert Salbei einfach alles.

Süßholzwurzel

Die traditionelle Anwendung von Süßholzwurzel bei Magengeschwüren wurde lange Zeit auf die Ver­besserung der Schutzfaktoren der Magenschleim­haut zurückgeführt. Neuere Untersuchungen aus Kiel weisen eine gute bakterizide (keimabtötende) Wirksamkeit von Glycyrrhetinsäure (Hauptinhalts­stoff von Süßholzwurzel) gegenüber Helicobacter pylori nach. Empfindlich waren auch Helicobacter-Stämme, bei denen Antibiotika keine Wirkung mehr zeigten. Auch Flavonoide sind an der entzündungshemmenden und schleimhautschützenden Wirkung beteiligt.

Süßholzwurzel besitzt in der traditionellen europäischen Medizin eine herausragende Rolle zur Therapie von Magengeschwüren. Bereits Dioskurides berichtet über die Anwendung bei Sodbrennen. Er war Militärarzt unter Claudius und Nero im Gefolge des römischen Heeres. Auch Napoleon waren die Heilkräfte der Süßholzwurzel wohlbekannt. Er trug stets eine Schildplattdose mit Süßholzwurzelstückchen gegen seine Magenbeschwerden bei sich.

Isländisch Moos

Isländisch Moos ist seit dem 17.Jahrhundert in der Volksmedizin unter Namen wie Lungenmoos oder Fiebermoos bekannt. Trotz seines Namens ist Isländisch Moos in Wirklichkeit kein Moos, sondern gehört zur Familie der Schlüsselflechten (Parmeliaceae). Unsere Atemluft ist mit Krank­heitserregern belastet, die unsere körpereigenen Abwehrkräfte jeden Tag herausfordern. Ist die Schleimhaut der oberen Luftwege gesund, so kann sie die Eindringlinge abwehren. Wenn sie gereizt und geschwächt durch trockene Heizungsluft oder Schadstoffe wie Rauch ist, gelingt das nicht.

Die Schleimstoffe der Flechte Isländisch Moos legen sich wie Balsam über die Schleimhaut in Hals und Rachen und schirmen diese ab. Die bereits angegriffene Schleimhaut kann sich rascher erholen.

Anwendung bei starker Beanspruchung der Stimmbänder, bei Heiserkeit und Hustenreiz